Die Türkei nach dem Putschversuch

Der Putschversuch im Juli 2016 hat das politische und gesellschaftliche Klima in der Türkei auf den Kopf gestellt. Noch bevor überhaupt klar war, was gerade passierte, hatte die türkische Regierung die vermeintlichen Verantwortlichen des Putschversuchs identifiziert. Prompt wurden sie an den Pranger gestellt. Es folgten zahlreiche Verhaftungen. Aber auch Entlassungen aus dem Staatsdienst und dem privaten Sektor wurden zur Regel.

So sind rund 145.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, etwa Militärs, Polizisten, Rektoren, Professoren, Richter, Staatsanwälte, Lehrer und Beamte vom Dienst suspendiert oder entlassen worden. Etwa 270 Journalisten und Schriftsteller sitzen derzeit im Gefängnis. Dieser Ausnahmezustand hat einen Keil in die Gesellschaft getrieben. Familien sind zerstritten. Kritik an der Regierung ist nicht mehr möglich. Mehrere Tausend Menschen mussten das Land verlassen, weil sie Angst vor einer Verhaftung haben.

Selbst diejenigen, die auf der Flucht sind, müssen mit Verfolgung rechnen. So gibt es bereits mehrere Fälle von Entführungen aus dem Ausland, die in internationalen Medienberichten festgehalten wurden. Das alles ist das bisherige Resultat des Ausnahmezustands in der Türkei, der erst im Oktober um weitere drei Monate verlängert wurde.

57.885 Inhaftierte
18.262 frauen
#668BabysHinterGittern

Unter den Inhaftierten sind knapp 18.000 Frauen.

Frauen und Babys im Gefängnis

Mit den Frauen mussten auch deren Kinder ins Gefängnis, weil diese minderjährig sind. Die Rede ist hier von 668 Babys und Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren. Keine Spielplätze, nicht einmal Spielzeuge: diese Kinder müssen die wichtigste Zeit ihrer frühkindlichen Entwicklung hinter Gittern verbringen. Selbst junge Mütter haben keine Chance, diesen Menschenrechtsverletzungen zu entkommen.

ONLINESPENDE

Sie können uns Ihre Spenden auf unterschiedlichen Wegen überreichen:

  1. Online-Spendenformular

  2. Überweisung auf unser Spendenkonto mit dem Verwendungszweck “#668BabysHinterGittern”:

    BANK : BANK FÜR SOZIALWIRTSCHAFT
    IBAN : DE18 5502 0500 0008 6379 00
    BIC : BFSWDE33MNZ
  3. Spenden in Bar gegen Quittung über unsere regionalen Vertreter und Partner.

Frauen und Babys im Gefängnis

Unter den Inhaftierten sind knapp 18.000 Frauen.

Mit den Frauen mussten auch deren Kinder ins Gefängnis, weil diese minderjährig sind. Die Rede ist hier von 668 Babys und Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren. Keine Spielplätze, nicht einmal Spielzeuge: diese Kinder müssen die wichtigste Zeit ihrer frühkindlichen Entwicklung hinter Gittern verbringen. Selbst junge Mütter haben keine Chance, diesen Menschenrechtsverletzungen zu entkommen. Der Fall von Fadime Günay zeigt dies deutlich: Günay wurde schon einen Tag nach der Entbindung mit ihrem neugeborenen Baby ins Gefängnis verfrachtet.

Opfer von Folter

Die Menschenrechtssituation in der Türkei ist katastrophal und sie wird leider nicht besser. Menschen sind aus fabrizierten, ausgedachten Gründen eingesperrt. Angeblich, weil sie Terroristen sind. Immer mehr Menschen aus der Türkei berichten zudem von Folter und Vergewaltigung in Untersuchungshaft. Neben anerkannten Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International, berichteten jüngst auch internationale Medien von Folter in türkischen Gefängnissen. In einem ARD-Beitrag sprach eine Frau darüber, wie sie in Untersuchungshaft gefoltert wurde, weil man ihren Mann verdächtigte, Oppositioneller zu sein. Die gefolterte Frau aus dem ARD-Beitrag schilderte eindrücklich von der Folterei: “Sie brachten mich in einen Raum. Einer schlug auf mein linkes Bein, der andere auf mein rechtes. Dann wurden die Schläge immer stärker. Dann drohten sie mir, mich nackt auszuziehen und zu anderen Männern in eine Zelle zu stecken. Die hätten schon lange keine Frau mehr gehabt.”

In einem weiteren authentischen Folterbericht, der Time To Help vorliegt, schildert ein immer noch inhaftierter Mann, wie er viele Tage von Polizisten misshandelt und mit einem Schlagstock vergewaltigt wurde. Den Bericht über die Folter übermittelte der Häftling mit Hilfe seiner Familie, die ihn im Gefängnis besuchen durfte.

Zudem sind einschlägige Fälle bekannt, in denen Menschen wegen Folter und Medikamentenentzug in Untersuchungshaft zu Tode kamen. Wir möchten diesen Menschen beistehen, denn Folter und Vergewaltigung ist eines der größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Wem wir helfen wollen

Die Situation in der Türkei ist für viele Menschen grausam. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob diese Menschen im Gefängnis sitzen oder nicht. Menschen, die ohne jegliche Beweise angegriffen und verleumdet werden, bekommen keine Arbeit, haben keinerlei Einnahmequellen. Auch Menschen, die auf politischer Flucht sind und im Exil leben, gehören zu den Personengruppen, denen wir helfen. All diesen Menschen muss dringend geholfen werden. Wir wollen unsere helfende Hand denjenigen Menschen reichen, die in solcher Not sind.

Helfen Sie uns dabei, diesen Menschen zu helfen. Wir wollen dem Unrecht entgegentreten. Die Situation in der Türkei ist für viele Menschen grausam. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob diese Menschen im Gefängnis sitzen oder nicht. Menschen, die ohne jegliche Beweise angegriffen und verleumdet werden, bekommen keine Arbeit, haben keinerlei Einnahmequellen. Auch Menschen, die auf politischer Flucht sind und im Exil leben, gehören zu den Personengruppen, denen wir helfen. All diesen Menschen muss dringend geholfen werden. Wir wollen unsere helfende Hand denjenigen Menschen reichen, die in solcher Not sind. Helfen Sie uns dabei, diesen Menschen zu helfen. Wir wollen dem Unrecht entgegentreten.